Homeoffice, Videokonferenzen, Kontaktverfolgung, Impfterminvergabe und mehr – die Pandemie hat uns immer wieder aufs Neue vor Herausforderungen gestellt. Bei allen genannten Themen scheint die Lösung, wie so häufig, in der Digitalisierung zu liegen. Und wer kennt sich damit besser aus als junge Unternehmen aus der Startup-Szene? Ein Jahr seit dem ersten Lockdown zieht Anna-Carina Jodlauk, Co-Founder bei anny ein Resümee über die digitalen Lösungen der Pandemie. Außerdem: Welche Rolle spielen Startups dabei?

Ein aktueller Fall: Digitalisierung in der Impfkampagne

Die Medien berichteten vor Kurzem von chaotischen Zuständen bei der deutschen Impfkampagne. Abgesehen von den fundamentalen Aspekten wie den Produktionskapazitäten und der geringen Bestellmenge, wurden noch weitere Probleme deutlich – insbesondere bei der Terminvergabe.

Überwiegend werden impfberechtigte Personen postalisch informiert, die daraufhin telefonisch oder teilweise online einen Termin vereinbaren können. Es gilt: Jedes Bundesland nutzt meist eine andere Telefonnummer und ein anderes Online-Portal, wenn überhaupt. Seit dem Start der Terminvergabe zeigt sich in vielen Ländern: Die gewählten Buchungs-Portale werden den Anforderungen nicht gerecht!

Diese Probleme kommen bei der Terminvergabe vor:

  • Online-Portale sind überlastet oder wurden sogar gehackt
  • Die Kapazitäten der Telefonleitungen reichen nicht und fallen teils aus.
  • Bei hohem Infektionsgeschehen in einer Region müssen Termine kurzfristig abgesagt werden. Dabei entstehen ungenutzte Terminkapazitäten.

Das alles machte uns stutzig. Sind das nicht genau die Punkte, die wir mit unserem skalierbaren Buchungsmanagementsystem lösen? Warum wird Startups und jungen Unternehmen generell in der Pandemie so wenig Aufmerksamkeit geschenkt?

Vertane Chancen seitens der Politik

Eine ähnliche Situation kann man nämlich auch bei anderen digitalen und pandemiebedingten Großprojekten feststellen. Die Corona Warn App beispielsweise wurde ohne Ausschreibung und ohne Kostenvoranschlag an zwei große Technikunternehmen vergeben. Die Zeit nannte dies eine „typisch deutsche Entscheidung“.

Was die Politik nicht sieht und was wir als Startup zeigen müssen

Zuverlässigkeit und Wettbewerbsfähigkeit ist auch bei Startups und jungen Unternehmen durchaus gegeben, denn: Zuverlässigkeit misst sich nicht allein am Jahr der Gründung. Insbesondere im Punkt Flexibilität und Agilität sind junge und kleinere Unternehmen dem Mittelstand oft weitaus überlegen. Digitalisierung liegt uns im Blut und gerade aus der jungen Gründerszene entdecken wir viele innovative Lösungen, die im Markt mithalten können.

In vielen Einzelfällen haben Startups in der Pandemie bereits als Helfer agiert. Wir bei anny haben beispielsweise zahlreichen Universitäten zu einem kontrollierten Betrieb während Zugangsbeschränkungen verholfen.

Die Politik muss sich die Relevanz von Startups auch für digitale Großprojekte bewusst werden. Niemand möchte 2021 in überlasteten Telefonleitungen stecken. Zukünftig sollten Bund und Länder daher den innovativen Systemen von Startups und deren Best-Practices mehr Beachtung schenken, statt dem Mittelstand blind zu vertrauen. So kommen die nächsten Warn-Apps und Impftermin-Buchungsportale auch aus unseren Kreisen.

Über anny

Das System für intuitives Buchungsmanagement von anny (ehemalig Bookingbuddy) hat seit Beginn der Pandemie bereits erfolgreich Lösungen zur Kontaktverfolgung, Terminbuchung und Kapazitätenauslastung erprobt. Die Bandbreite von Universitäten, über Schwimmbäder zu Coworking-Spaces zeigt die vielen Anwendungsfälle. Das Startup ist auf Linkedin und Instagram zu finden, wo sich Interessierte jederzeit melden können, um sich über Digitalisierung und Online-Buchungsmanagement auszutauschen.

INSIDE ist das Magazin des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband). Der Startup-Verband ist Repräsentant und Stimme der Startups in Deutschland und engagiert sich für gründerfreundliche Rahmenbedingungen. Im Dialog mit Entscheidungsträgern in der Politik erarbeitet er Vorschläge, die eine Kultur der Selbstständigkeit fördern und die Hürden für Unternehmensgründungen senken. Der Startup-Verband wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Als Netzwerk verbindet er Gründer, Startups und deren Freunde miteinander. 

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