Das deutsche Startup-Ökosystem hat sich seit seinem Bestehen dynamisch entwickelt. Die Startup-Wirtschaft ist mehr als nur ein Versprechen für die zukünftige Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft und der Sicherung unseres gesellschaftlichen Wohlstandes. Sie ist bereits heute ein bedeutender Akteur der deutschen Wirtschaft. Startups machen Technologie und Innovation für Unternehmen und Verbraucher verfügbar und digitalisieren den deutschen Mittelstand. Startups schaffen und sichern Arbeitsplätze, Leistungsfähigkeit und Wohlstand.

Doch auch Startups bewegen sich nicht um luftleeren Raum. Sie sind von einem regulatorischen Rahmen umgeben. Dieser hat für die Digitalwirtschaft der Jahrtausendwende einigermaßen gepasst, die Technologie und mit ihr die Geschäftsmodelle der Startups sind diesem Rahmen jedoch längst entwachsen.

Die neue Startup-Agenda des Bundesverbands Deutsche Startups e.V. ist eine Überarbeitung der ersten Startup-Agenda aus dem Jahre 2013. Nachdem sich die große Koalition insbesondere mit der digitalen Agenda dieses Rahmens angenommen, ist es Zeit für eine Neufassung. Wir sind froh, dass wir dadurch gezwungen wurden einige unserer Forderungen zu streichen, da sie in dieser Legislatur umgesetzt wurden. So freuen wir uns, dass bspw. die Deutsche Börse AG nach einem intensiven Diskussionsprozess mit der Bundesregierung und dem deutschen Startup-Ökosystem und dessen Vertretern im März 2017 das neue Börsensegment Scale für junge Wachstumsunternehmen eingeführt hat. Ebenso wurde durch eine Neuregelung der Verlustverrechnung von Kapitalgesellschaften die Weitergabe von Verlusten aus Vorjahren auch für Startups ermöglicht. Erleichtert sind wir zudem darüber, dass die Bundesregierung von einer neuen Besteuerung von Streubesitz abgesehen hat, was für das deutsche Startup-Ökosystem einen herben Schlag bedeutet hätte. Die KfW investiert wieder in Venture Capital-Fonds und es wurden mehrere öffentliche Wachstumskapital-Fonds aufgelegt wie bspw. der coparion und die ERP/EIF-Wachstumsfazilität des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, der mFUND des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und der geplante Tech Growth Fund des Bundesministeriums der Finanzen, welcher ein Volumen von 10 Milliarden Euro umfasst.

Nichtsdestotrotz haben wir diese überarbeitete Version der Startup-Agenda veröffentlicht. Es wurde viel erreicht um dem deutschen Startup-Ökosystem möglichst gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Die genannten Punkte sind nur eine Auswahl. Es liegt jedoch noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen es schaffen, dass mehr privates Kapital in unsere wachsenden und erfolgreichen Startups fließt und dort Gewinne erwirtschaftet, als bisher. Das Problem der Unterfinanzierung der deutschen Startups ist nicht durch öffentliche Gelder zu lösen.

Die Startup-Agenda ist ein Ergebnis eines intensiven Prozesses. Die Grundlage für dieses Papier in mehreren Workshops mit vielen Gründerinnen und Gründern gelegt. Insgesamt haben an der Startup-Agenda mehr als 100 Gründerinnen und Gründer mitgearbeitet. Das macht sie zur legitimen politischen Willenserklärung des deutschen Startup-Ökosystems. Um in den nächsten Jahrzehnten Exportweltmeister und führende Industrienation bleiben und uns unseren Wohlstand und unsere sozialen Netze erhalten zu können, müssen wir heute die Weichen stellen. Wie das gehen kann, lest ihr hier: Deutsche Startup Agenda 2017

 

INSIDE ist das Magazin des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband). Der Startup-Verband ist Repräsentant und Stimme der Startups in Deutschland und engagiert sich für gründerfreundliche Rahmenbedingungen. Im Dialog mit Entscheidungsträgern in der Politik erarbeitet er Vorschläge, die eine Kultur der Selbstständigkeit fördern und die Hürden für Unternehmensgründungen senken. Der Startup-Verband wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Als Netzwerk verbindet er Gründer, Startups und deren Freunde miteinander.

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Kategorien: Politik

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