Ein Gastbeitrag von unserem Partner PwC Deutschland

Führungskräfte tragen in der aktuellen Covid-19-Situation besondere Verantwortung für ihre Organisation, Mitarbeiter und Kollegen. Einerseits kann es dabei besonders herausfordernd sein, auf persönlichen Austausch und Kontakt verzichten zu müssen. Andererseits hast Du als Führungskraft weiterhin und auf Monate hinaus in einem sich sehr schnell verändernden Umfeld mit täglich neuen Nachrichten und Rahmenbedingungen zu agieren. Zu Deinem erfolgreichen Leadership während der Krise können vier Regeln beitragen:

1. Führungsstil an die Situation anpassen

Jede Person hat ihren eigenen Führungsstil und eigene Führungswerte. Legen wir das bekannte Modell von Daniel Goleman zugrunde, unterscheiden wir sechs Führungsstile, von der befehlenden bis zur visionären Führungskraft. Führung zeigt sich dabei anhand verschiedener Aspekte, z. B. beim Delegieren von Aufgaben oder dem Teilen von Informationen. Es ist schwer zu sagen, welcher Führungsstil wann und wie zu Erfolg führt. Mehr denn je hilft jedoch situatives Führen, also das Berücksichtigen der jeweiligen Gegebenheiten und insbesondere der Bedürfnisse und Fähigkeiten von Mitarbeitern oder Teams. Weißt Du als Teamleiter zum Beispiel, dass eine Person das erste Mal im Homeoffice arbeitet oder vielleicht sogar innerhalb des Homeoffice ein Kind betreut, ist es unabdingbar, den Führungsstil entsprechend anzupassen. Wichtig ist, den eigenen Stil für die jeweilige Situation zu finden und authentisch zu bleiben. Dabei kann es hilfreich sein, eigene Führungswerte („Wofür stehe ich als Führungskraft?“) zu definieren und damit eine persönliche „Leadership Vision“ zu erstellen.

2. Kommunikation und Austausch gewährleisten

Ein wichtiger Aspekt von Führung ist Kommunikation. Aufgrund diverser Einschränkungen findet die Kommunikation in der aktuellen Situation überwiegend elektronisch bzw. virtuell statt. So wird auch der kurze Austausch mit Kollegen am Arbeitsplatz durch Chat-Nachrichten, E-Mails und Telefonate ersetzt – mit meist deutlich höherem Aufwand. Kollaborations-Tools und -Applikationen können den Austausch von Daten oder Unterlagen unterstützen, ersetzen jedoch nicht die persönliche Face-to-Face-Kommunikation. Führungskräfte haben deshalb die Aufgabe, den Austausch im Team sicherzustellen. Dazu gehört, entsprechende (Kommunikations-)Strukturen und Prozesse so aufzusetzen, dass wichtige Informationen transparent gemacht und Beziehungen untereinander auf- und ausgebaut werden. Sogenannte „Daily Standup Meetings“, also tägliche kurze Teammeetings, können hier nützlich sein – am besten mit fester Agenda. Auch das strukturierte Feedbackgeben und -nehmen sollte in der aktuellen Situation weiter kontinuierlich stattfinden.

3. Weiterentwicklung fördern und fordern

Für viele Unternehmen treibt die COVID-19-Krise die Digitalisierung im Zeitraffer voran – und damit auch viele Themen, die bis vor kurzem unter den Begriffen „Zukunft der Arbeit“ oder „New Work“ zum Teil noch in weiter Ferne lagen. Führungskräfte sind gefordert, ihren Teams agile Arbeitsweisen, neue Technologien oder veränderte Methoden nahezubringen. Auch sollten Führungskräfte ihren Mitarbeitern ausreichend (zeitlichen) Freiraum für die eigene Weiterentwicklung zur Verfügung stellen. Denn adäquate (digitale) Upskilling-Angebote sind in dieser Zeit wichtiger denn je. PwC nutzt beispielsweise die Digital Fitness App zum Ausbau der Digitalkompetenz der eigenen Belegschaft. Diese ermöglicht es, jederzeit und überall digital zu lernen, Fortschritte zu tracken und zu teilen. Noch bis zum 31. Juli 2020 steht PwCs Digital Fitness App jeder Privatperson – auch außerhalb von PwC – kostenlos zur Verfügung.

4. Veränderung als Konstante manifestieren

Wichtig ist, Veränderung als natürliche Aktivität in einer wachsenden Organisation zu verstehen – insbesondere in der aktuellen Zeit. Die Fähigkeit, sich an eine rasch verändernde Welt anpassen zu können, ist für das Überleben einer Organisation ausschlaggebend. Widerstand gegen Veränderungen führt in eine Sackgasse. Organisationen formieren sich um, damit sie in ihrer Struktur agiler und flacher werden und so den Bedürfnissen ihrer Kunden entsprechen. Führungskräften muss klar sein, dass sie hoch engagierte, aber auch flexible Mitarbeiter benötigen. Veränderung ist vor allem eine Leadership-Aufgabe. Darum ist es ratsam, den Wandel mit geeigneten Maßnahmen so schnell und reibungslos wie möglich zu vollziehen.

Neustart an alten Arbeitsplätzen

Bereits jetzt ist in vielen Organisationen eine ganz bestimmte Veränderung in Sicht oder bereits im Gange: die Rückkehr aus dem Homeoffice in die Büros bzw. der Neustart an den alten Arbeitsplätzen. Führungskräfte sind verantwortlich für die Vorbereitung dieser Bewegung. Sie haben Konzepte für die eigenen Teams zu entwickeln und – vor allem – die Teams während dieser Veränderung zu begleiten. Dabei sollten die zuletzt entwickelten ways of working nicht über Bord geschmissen werden. Vielmehr gilt es, diese situativ zu betrachten und in Zusammenarbeit mit dem gesamten Team zu entscheiden, welche Arbeitsweisen beibehalten, angepasst oder doch besser gestoppt werden sollen.

Wachstum per Websession

Du bist als (angehende) Führungskraft in einem Startup tätig und möchtest Deine Führungskompetenz weiter auf- bzw. ausbauen? Du möchtest das Wachstum Deines Unternehmens aktiv und zielführend mitgestalten? Dann melde Dich gerne bei PwCs High Growth Studio zum Thema „Startup Leadership“ an. Die Websession findet am 18. Juni 2020 mit einem Mix aus Theorie und Praxis zu Führungstools und
-methoden statt. In der Session lernst Du, wie Du Teams in schnell wachsenden und sich verändernden Startups erfolgreich führst.

Autor

Nick Lawitzke arbeitet als Berater bei PwC im Bereich People & Organisation, Advisory. Er ist systemischer Change Manager, Organisationsentwickler und Coach und berät Führungskräfte und Organisationen bei Veränderungen und Transformationen. Kontakt über LinkedIn, Xing oder per E-Mail.

INSIDE ist das Magazin des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband). Der Startup-Verband ist Repräsentant und Stimme der Startups in Deutschland und engagiert sich für gründerfreundliche Rahmenbedingungen. Im Dialog mit Entscheidungsträgern in der Politik erarbeitet er Vorschläge, die eine Kultur der Selbstständigkeit fördern und die Hürden für Unternehmensgründungen senken. Der Startup-Verband wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Als Netzwerk verbindet er Gründer, Startups und deren Freunde miteinander. Wenn du an einer Mitgliedschaft im Startup-Verband interessiert bist, erfährst du hier etwas über die Vorteile einer Mitgliedschaft und kannst hier die Mitgliedschaft beantragen.


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